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An(ge)dacht

Gottes Geist schafft neuen Mut. 



Gott hatte sich Mose ausgesucht und ihm eine schwere Aufgabe gegeben. Er sollte das Volk Israel aus Ägypten befreien und den ganzen langen Weg durch die Wüste bis in das versprochene Land bringen. Eine wirklich schwere Aufgabe. Aber wem Gott eine Aufgabe gibt, dem gibt er auch seinen Geist.


Mose war auch voll Kraft, voll vom Geist Gottes. Trotzdem lag die Aufgabe wie ein riesengroßer Berg vor ihm. Aber er versuchte es. Seine Geschwister Aaron und Miriam halfen ihm, so gut sie konnten. Stückchen für Stückchen und Schritt für Schritt arbeitete er sich durch seine Aufgabe. Er wusste: Gottes Geist ist immer bei mir.


Aber einmal, da half alles nichts. Er wurde mutlos. Alle Leute im Volk haben gemeckert und gemosert. Sie waren die Wüste leid und wollten lieber wieder in Ägypten sein, sie waren das Manna leid und wollten lieber wieder Kürbisse, Melonen und Lauch, Knoblauch und Zwiebeln, sie waren die Wachteln leid und wollten lieber wieder Fisch.


Mose wusste gar nicht, wo er zuerst zuhören und beruhigen sollte. Er konnte kaum noch in Ruhe nachdenken, wie es weitergehen sollte. Er spürte: ,,Die Luft ist raus, ich kann nicht mehr. Gott, such dir jemand anderen für diese Aufgabe.“ Aber Gott war sich sicher, dass Mose das schafft. Er riet ihm: ,,Such dir 70 Menschen, denen du vertraust. Und dann warte ab, was ich mache!“


Mose suchte sich 70 Menschen. Er wusste, wer nachdenklich war, er wusste, wer gut zuhören konnte, er wusste, wer auch mal streng und ernst sein konnte. Je länger er nachdachte, desto mehr spürte er: Da sind Menschen, auf die kann ich mich verlassen. Da hatte einer ganz viel Erfahrung, und hier hatte einer viel Energie. Dort war einer, der konnte gut trösten, und hier war einer, der steckte alle an mit seinem Lachen. Mose fühlte sich auf einmal gut aufgehoben. Er konnte wieder klar denken. Und er war sehr gespannt, was Gott jetzt tun würde. Er spürte, wie gespannt diese 70 Leute waren. Was wohl passieren würde? Es wurde ganz still.


Und die Ältesten sprachen: „Ich helfe dir!“ „Ich trau mich, das schaffen wir schon!“

In letzter Zeit hatte Mose das Gefühl gehabt, dass ihm der Wind immer ins Gesicht blies. Jetzt war es auf einmal wie ein guter starker Rückenwind. Er spürte neue Kraft in sich. Und den anderen ging es genauso. Für sie war es wie ein frischer kühlender Wind mitten in der Hitze der Wüste. Sie lachten, sie freuten sich.


Mose hörte sich auf einmal ganz laut sagen: ,,Das ist Gottes Geist. Ihr habt jetzt auch Gottes Geist!" Er fühlte sich sehr getröstet. Er konnte wieder klar denken. Er spürte Gottes Mutmach-Geist, der sie alle anstieß. Mose staunte: Gottes Geist sorgt wirklich gut für mich. Er sieht viel besser, was in den Menschen steckt, als ich. Gottes Geist traut uns viel mehr zu, als wir selbst uns zutrauen. Kommt, lasst uns an die Arbeit gehen!

 

P.S.: Die Geschichte stammt von den Kinderbibeltagen 2018 und passt sehr gut zum neuen Presbyterium!

 

Ihr Pfarrer Holmfried Braun